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2009

Regina Knueppel

Die Erfindung des Realen

2. Mai – 14. Juni 2009, Galerie Ruhnke, Potsdam

“Die Erfindung des Realen” war der Thema eines einjährigen Fotoseminars an der “Neuen Schule für Fotografie” in Berlin, das unter Leitung des Kölner Fotografen Wolfgang Zurborn stattfand.

Fotografien von K. T. Blumberg, Patrik Budenz, Veronica Castillo, Susanne Heincke, Anne Ida Helmer, Regina Knüppel, Dorothée Mahringer, Cordula Schneider, Ingrid Schreiber, Dieter Seitz, Corinna Streitz und Verena Thomas

Wir erfinden die Welt mit der Kamera nicht neu. Je intensiver wir aber auf die Suche nach einer visuellen Verdichtung unserer alltäglichen Erfahrungen in fotografischen Bildern gehen, desto mehr können wir erkennen, wie subjektiv geprägt jede Sicht ist, wie abhängig von individuellen Wertvorstellungen, Interessensgewichtungen und auch von ästhetischen Kriterien. Für die Entwicklung einer persönlichen, lebendigen und nicht nur konventionelle Bildmuster repetierenden fotografischen Handschrift, ist es von elementarer Bedeutung, die eigene Perspektive auf die Welt in einer umfassenden Weise zu verstehen, um sie selbstbewusst formulieren zu können. Eine Idee des Eigenen präzisiert sich aber erst in der Reibung mit dem Blick des Anderen. Erst durch diesen Dialog schälen sich Kriterien heraus, auf denen die vielfältig variierenden Erfindungen des Realen aufbauen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars “Die Erfindung des Realen” von Wolfgang Zurborn an der Neuen Schule für Fotografie in Berlin haben sich sehr intensiv auf diesen Prozess eingelassen, wobei Bildwelten zwischen Dokument und Fiktion, zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion entstanden sind.

In der Ausstellung treten diese sehr unterschiedlichen Herangehensweisen an die Fotografie in einen Dialog miteinander ein. Die Installation dieser sehr heterogenen Positionen schafft ein komplexes Bild unserer Welt, da sie keine eindeutigen Interpretationen schaffen will, keine ideologisch verengte Perspektive untermauert, sondern sich vielmehr der Existenz vieler paralleler Realitäten bewusst ist.

K.T. Blumberg