Prof. Manfred Schmalriede

Manfred Schmalriede wurde 1937 in Oldenburg geboren, studierte erst Malerei, Fotografie und Plastik an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, anschließend Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten Hamburg, Stuttgart und Tübingen. Besonders prägend für ihn war das Studium der Ästhetik und Semiotik bei Professor Max Bense.

Von 1965 bis 1971 war Manfred Schmalriede Gymnasiallehrer in Stuttgart, von 1971 bis 2002 Professor für Kunst- und Designtheorie, Semiotik und Ästhetik an der Hochschule Pforzheim. Von 1979 bis 1991 hatte er einen Lehrauftrag für Geschichte und Theorie der Fotografie an der Universität Essen, von 2002 bis 2006 einen an der Fotoschule Fotografie am Schiffbauerdamm (fas). Er leitete Workshops zur Theorie der Fotografie an der Cranbrook Academy und an der State Universität in Cleveland Ohio und gründete 2007 die Internationale Akademie für Photographie.

„Wenn es eine ‚Sprache‘ der Bilder
geben sollte, dann entsteht sie
im täglichen Gebrauch.“

Manfred Schmalriede ist berufenes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie und der Deutschen Fotografischen Akademie, beratendes Mitglied des Bundes Freischaffender Fotodesigner sowie ständiges Jurymitglied des BFF-Förderpreises und Reinhart-Wolf-Preises. Seit 2007 ist er Dozent für Geschichte und Theorie der Fotografie an der Neuen Schule für Fotografie.

Anfänglich gehörte die Fotografie nicht zu den Schwerpunkten seines Studiums an der HfbK in Hamburg, erst die fotografischen Aktivitäten anderer Studierender machten ihn neugierig – seitdem beschäftigt sich Manfred Schmalriede intensiv mit Fotografie und ist neben seiner Lehrtätigkeit seit den 70er Jahren auch kuratorisch tätig. Seinen Studierenden möchte er das Potenzial fotografischer Bilder vermitteln – sowohl mit Blick auf das Erzeugen von Bildern als auch hinsichtlich ihres Gebrauchs in sozialen und ästhetischen Kontexten. Ob Mode- oder Werbefotografie, journalistische oder alltägliche Fotografie: Den Gebrauch der Fotografie in Printmedien hält er für besonders beachtenswert. Sollte es eine „Sprache der Bilder“ geben, so entsteht diese im täglichen Gebrauch. In seinem Unterricht belegt er diese These anhand einer umfangreichen Bildersammlung.

 

Kuratierte Ausstellungen mit Publikationen (Auswahl)
1996   Zeitgenössische Fotokunst aus den Niederlanden, Neuer Berliner Kunstverein, Badischer Kunstverein, Karlsruhe, Hallescher Kunstverein, Halle (1997)
1995   Neue Fotokunst aus Russland, Karlsruhe, Frankfurt, Hannover, Düsseldorf, Herten
1994   25 Jahre design center stuttgart, Streiflichter – Standpunkte – Perspektiven, in Zusammenarbeit mit dem design center stuttgart
1992   Design Positionen Deutschland, Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart und design center stuttgart, Weil am Rhein, Chicago, Mexico City
1992   Erfundene Wirklichkeiten, Foto-Triennale der Stadt Esslingen
1991   Die Bildermacher, Professionelle Fotografie, Badischer Kunstverein, Karlsruhe
1989   Deutsche Werbefotografie 1925–1988, Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart
1989   Fotografie und Werbung, Werbefotografie in Deutschland seit den 20er Jahren, Museum Folkwang, Essen
1986   Kunst und Design, in Zusammenarbeit mit dem design center stuttgart, Stuttgart
1980   Absage an das Einzelbild, Fotografische Sammlung des Museums Folkwang, Essen

Veröffentlichungen (Auswahl)
2011   Ist es so gewesen?, in: Christian von Steffelin: Palast der Republik (1994–2010), Ostfildern
2004   Zwischen Dokumentation und Inszenierung. Sportfotografie im Wandel, in: Die Visualisierung des Sports in den Medien, hrsg. von Thomas Schierl, Köln
2003   Franz Lazi, Fotografie, Tübingen/Berlin
2001   Draw a Distinction (mit Bernd Hennig), in: Bildhandeln, hrsg. von Klaus Sachs-Hombach, Magdeburg
1999   Zeit-Blicke, 30 Jahre BFF Bund Freischaffender Foto-Designer, Ostfildern-Ruit
1996   Fotoszenen – Sho(r)t Stories, Göttingen