Foto: Sergey Melnitchenko, Behind the Scenes

Leica –
Oskar Barnack Award 2017

Ausstellung der zwölf Finalisten-Serien des renommierten Fotowettbewerbs für Berufs- und Nachwuchsfotografen 

Die Leica Camera AG präsentiert in der „Neuen Schule für Fotografie Berlin“ vom 14. September bis 15. Oktober 2017 die Bildserien der zwölf Finalisten des renommierten Leica Oskar Barnack Awards (LOBA). Der seit 1979 existierende internationale Fotowettbewerb besteht aus zwei Kategorien: dem „Leica Oskar Barnack Award“ und dem „Leica Oskar Barnack Award Newcomer“.

Rund 2.700 Fotografen aus insgesamt 104 Ländern haben sich 2017 für den „Leica Oskar Barnack Award“ beworben. Einzusenden war eine in sich geschlossene Bildserie von mindestens zehn bis maximal zwölf Aufnahmen, bei der die Fotografen das Miteinander von Mensch und Umwelt mit wachem Auge wahrgenommen sowie kreativ und zukunftsweisend dokumentiert haben. Mit Preisen im Gesamtwert von rund 80.000 Euro gehört der Leica Oskar Barnack Award zu den hochdotiertesten Fotowettbewerben der Branche.

In der Hauptkategorie „Leica Oskar Barnack Award“ überzeugte der Norweger Terje Abusdal in diesem Jahr die fünfköpfige Jury mit seinem beeindruckenden Langzeitprojekt „Slash & Burn“. Er erhält eine Prämie von 25.000 Euro sowie eine Kameraausrüstung des Leica M-Systems (Kamera und Objektiv) im Wert von 10.000 Euro. Zwischen Tradition und Mystik, Herkunft und Zugehörigkeit, Fakten und Fiktion gelingt es dem LOBA Gewinner Terje Abusdal eine geheimnisvolle und sogleich eindrückliche Annäherung an die Waldfinnen – eine naturverbundene Volksgruppe in Norwegen. Er begann das Projekt „Slash & Burn“ als Abschlussarbeit an der Danish School of Journalism, das sich anschließend zum Langzeitprojekt entwickelte. Während seiner dreijährigen Recherche tauchte Abusdal immer tiefer in die Tradition der Waldfinnen, eine in Norwegen inzwischen staatlich anerkannte Minderheit, ein. Doch wie kann man etwas so immaterielles wie Kultur, vor allem wenn diese fast ausgestorben ist, überhaupt fotografieren? Von dieser Frage ausgehend verwischt Terje Abusdal die Grenzen zwischen Realität und Fiktion mehr und mehr. „Ich fügte der Geschichte bestimmte Elemente aus der Vergangenheit der Waldfinnen –Feuer, Rauch, Schamanismus –hinzu“, erklärt Terje Abusdal. So verweben sich Dokumentation und Imagination in seinen Aufnahmen auf irritierende und zugleich organische Art und Weise. Eine suggestive Kraft, eine besondere Mystik geht von den Bildern aus – das Ergebnis eines vorsätzlichen Versuchs, ein fiktionales Universum zu erschaffen, eine magische Welt.

In der Kategorie Leica Oskar Barnack Award Newcomer, für Nachwuchsfotografen unter 25 Jahren setzte sich der Ukrainer Sergey Melnitchenko mit seiner Serie „Behind the Scenes“ gegen rund 800 Mitbewerber durch. Er überzeugte die Jury mit seiner beeindruckenden und zugleich realistisch und im wahrsten Sinne des Wortes ungeduscht distanzlosen Serie „Behind the Scenes“. Kaum jemand ist Tänzerinnen in einem chinesischen Club so nahegekommen wie der ukrainische Fotograf. „Hier ist alles echt – es handelt sich nicht um Szenen, sondern um das echte Leben, unser Leben, oder eben meins“, so Sergey Melnitchenko. Irgendwo in China in einer schwülen Nacht, im Morgengrauen nach getaner Arbeit – schwitzende Transvestiten, Mädchen in Badewannen voller Bier, betrunkene Darsteller und eine noch größere Zahl betrunkener Besucher. Ramponierte Beine, durchtanzte Füße, kaputte Strumpfhosen im Abschminklicht. Kratzer und Narben, die meisten sind unsichtbar, denn sie befinden sich an geschundenen Seelen. Um solche Einsichten zu liefern, reicht es nicht, nah dran zu sein. Man muss, so wie Melnitchenko Teil des Ganzen sein. Nicht im Scheinwerferlicht auf der Bühne, sondern vom Abseits hinter den Kulissen erzählt er in seiner cineastisch anmutenden Serie aus dem Alltag, seinem Alltag, im Showbusiness mit Ecken und Kanten. So gelingt es ihm in seiner Serie „Behind the Scenes“ mehr preiszugeben als viele sehen wollen. Sergey Melnitchenko wird als Gewinner des Nachwuchspreises mit 10.000 Euro und ebenfalls mit einer Leica Messsucherkamera mit Objektiv ausgezeichnet. Neben den beiden Hauptkategorien werden die Fotoprojekte der zehn Finalisten jeweils mit 2.500 Euro prämiert.

Weitere Informationen unter: www.leica-oskar-barnack-award.com

14. September bis 15. Oktober
Eröffnung am 13. September um 19:00 Uhr

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 14:00 – 20:00 Uhr