Foto: Alicia Louisot


Abschlussausstellung #24

Ausstellungsdauer: 14. April bis 20. Mai 2018
Öffnungszeiten: Do bis So, 13 bis 18 Uhr

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Charlotte Eberwein, Kim Lara Ehmer, Markus Feicht, Alicia Louisot, Rahel Preisser

In Zeiten zunehmender Abriegelung und Abschottung nach Außen tendiert der Freigeist zur Grenzenlosigkeit: zum Aufbrechen aller als einschränkend und bevormundend wahrgenommenen Maßregelungen und Vorgaben. Von einer Kampfansage kann allerdings meist gar keine Rede sein. Zaghaft, beinahe unmerklich und aus dem Verborgenen heraus stellt sich eine Verwandlung ein, die unerwarteter nicht sein könnte.

Für die Studierenden unserer aktuellen Abschlussklassen steht die Frage nach der Endlichkeit und ihrer Überwindung im Mittelpunkt. Wie flexibel sind Grenzsetzungen? Sind sie lediglich Konstrukte? Und wie viel Wichtigkeit sollten wir ihnen beimessen? Wo ist der Weg nach draußen, und wo beginnt das Jenseitige der eigenen Erfahrung überhaupt? Wie so oft fallen die Positionen höchst unterschiedlich aus. Sie umspannen die Suche nach dem Selbst und nach dem Anderen, nach parallelen Ebenen, nach dem Möglichen und Widersinnigen.


Charlotte Eberwein
Geburt einer Frau

Charlotte Eberwein erzählt mit ihrer Arbeit die intime Geschichte ihrer Frauwerdung ­– von der sich wandelnden Wahrnehmung des eigenen Körpers bis hin zur Inszenierung von Selbstporträts und dem Blick nach innen. Begleitet von symbolhaften Motiven aus der Natur voller Farbe und Licht erschließt sich dem Betrachter ein kraftvolles wie eigenwilliges Selbstbildnis.


Kim Lara Ehmer
Mingalaba

Auf ihrer Reise in das abgelegene Shutpon Village im südlichen Myanmar gelangen Kim Lara Ehmer prägende Einblicke in eine von Kolonialismus und Militärdiktatur gebeutelte Gesellschaft. Die junge Demokratie erholt sich nur langsam von Jahrzehnten der politischen und wirtschaftlichen Isolation, während sie auf dem Pfad der Tradition in eine unbekannte Zukunft voranschreitet.

 

Markus Feicht
GrenzLand

Seit Jahren beobachtet Markus Feicht die Pingpong-Situation entlang der deutsch-österreichischen Staatsgrenze. Genau an dieser Grenzlinie wechselten sich in den vergangenen Jahrzehnten strengste Kontrollen und eine hohe Durchlässigkeit ab, und auch die Europapolitik im Angesicht der aktuellen Migrationsbewegungen findet in diesem unscheinbaren Niemandsland ihren Widerhall.


Alicia Louisot

Steine fliegen nicht

Zwecks Bestandsaufnahme einer fiktiven, gerade erst eingetretenen Eiszeit begibt sich Alicia Louisot in die menschenleere, schneebedeckte Natur, die sich wieder einer ihrer Hauptfunktionen – nämlich der leisen und langwierigen Konservierung von Überresten vergangenen Lebens der Erdgeschichte ­– entsinnt. Aus organischen Substanzen entstehen neue Gebilde, die für die nächste Ewigkeit im Verborgenen harren.

 

Rahel Preisser
sich selbst gebährendes moderndes pornographisches kataklystisches metastatisches mosaik von der galaktischen schimäre aller gedächtnisse

Rahel Preisser setzt sich in ihrer Abschlussarbeit mit den Gedichten ihres Vaters, des Berliner Lyrikers Scardanelli, auseinander. Die entstandenen Bilder sind Metaphern für die Suche nach Transzendenz, etwas Verlorenem oder nicht mehr Bestehendem, wobei es der Fotografin darum geht, Zugänge zum Unbewussten zu schaffen und sich zwischen Traum und Wirklichkeit zu bewegen.