2016

Max Pinckers, Belgien: „Two Kinds of Memory and Memory itself“

Leica Oskar Barnack Award 2016

Vom 29. September bis zum 23. Oktober

Die Ausstellung zeigt Bilder der zwölf Finalisten des 36. internationalen und traditionsreichen Fotowettbewerbs der Leica Camera AG. Eine hochkarätige und international besetzte Jury ermittelt jährlich die Preisträger in den beiden Kategorien Leica Oskar Barnack Award und Leica Oskar Barnack Award Newcomer in einem Auswahlverfahren. Die Jury achtet dabei auf die treffsichere Beobachtungsgabe der Fotografen, die in ihren geschlossenen Bildserien von bis zu zwölf Aufnahmen die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt auf anschauliche Weise zum Ausdruck bringen. Zu den Gewinnern der vergangenen Jahre zählen unter anderem Martin Kollar (2014), Mikhael Subotzky (2009), Dominic Nahr (2009), Jane Evelyn Atwood (1997) sowie Sebastiao Salgado (1985 und 1992). Mit Preisen im Gesamtwert von rund 80.000 € gehört der Leica Oskar Barnack Award zu den hochdotiertesten Fotowettbewerben der Branche.

Zur Jury des Leica Oskar Barnack Award gehören in diesem Jahr: Chris Boot, Lorenza Bravetta, JH Engström, Christine Ollie und Karin Rehn-Kaufmann

Im Rahmen des EMOP Berlin (European Month of Photography) präsentiert die Leica Camera AG die Bildserien der zwölf Finalisten des renommierten Leica Oskar Barnack Awards in den Galerieräumen der Neuen Schule für Fotografie. Der EMOP Berlin ist eine Veranstaltung der Kulturprojekte Berlin in Kooperation mit Berliner Museen, Kulturinstituten und Galerien.

 

Foto: Juan Pablo Bellandi, „Chasing HAMPA“

Juan Pablo Bellandi, Venezuela: „Chasing HAMPA“
Venezuela versinkt im Chaos. Die Hauptstadt Caracas hat die höchste Mordrate weltweit. Für die Bewohner des Landes sind Kriminalität, Gewalt und Mord trauriger Alltag geworden. Zehn Monate lang hat Juan Pablo Bellandi die Polizei in seiner Heimatstadt Mérida bei ihren lebensgefährlichen Einsätzen begleitet.

 

Foto: Fulvio Bugani, „»Soul« y Sombras“

Fulvio Bugani, Italien: „»Soul« y Sombras“
„Soul“ y Sombras – Seele und Schatten. Der Titel der Serie des italienischen Fotografen Fulvio Bugani mag düster klingen, doch seine Bilder zeigen das Gegenteil: kräftige Farben, kräftiges Licht und entsprechende Schatten natürlich auch – Bilder so kontrastreich wie die kubanische Seele, nach der er gesucht hat.

 

Foto: Scarlett Coten, „Mectoub“

Scarlett Coten, Frankreich: „Mectoub“
Die französische Fotografin Scarlett Coten befragt in „Mectoub“ Rollen- und Männlichkeitsbilder in der arabischen Welt. Ihre Porträts lenken den Blick auf die Brüche zwischen gesellschaftlicher Konformität und individueller Sehnsucht.

 

Foto: William Daniels, „C.A.R.“

William Daniels, Frankreich: „C.A.R.“
Seit dem Sturz von Präsident François Bozizé am 24. März 2013 durch die Rebellenallianz Séléka aus dem Norden des Landes versinkt die Zentralafrikanische Republik (ZAR) in einem Strudel der Gewalt. Was als Putsch gegen die Regierung begonnen hatte, eskalierte zu einem blutigen Konflikt zwischen Christen und Muslimen. Opfer der Gewalt ist vor allem die Zivilbevölkerung. William Daniels hat das von den Medien oft vergessene Land bereist.

 

  
Fotos: Vincent Delbrouck, „New Paintings“

Vincent Delbrouck, Belgien: „New Paintings“
Der belgische Fotograf Vincent Delbrouck versteht sich nicht als Teil der fotojournalistischen Traditionen: Seine Bildarchive sind als intuitiver Ausdruck seiner Subjektivität über die Momentaufnahme hinausgehende „überzeitliche, organische Zeugnisse eines Prozesses“.

 

Foto: Guillaume Herbaut, „Ukraine: Maidan to Donbass“

Guillaume Herbaut, Frankreich: „Ukraine: Maidan to Donbass“
Zwischen 2014 und 2016 verfolgte Guillaume Herbaut die Auseinandersetzungen in der Ukraine, ein Land, das er seit 15 Jahren bereist. Sein mosaikartiger Bilderzyklus zeigt das marode Innenleben eines Staates und dessen Konstitution zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

 

Foto: Max Pinckers, „Two Kinds of Memory and Memory itself“

Max Pinckers, Belgien: „Two Kinds of Memory and Memory itself“
Der Fotograf Max Pinckers behandelt in seiner Serie „Two Kinds of Memory and Memory Itself“ Vorstellungen, Klischees und Stereotype über Japan. Während eines zweimonatigen Aufenthalts in der Präfektur Saitama nördlich von Tokio hat er seine Aufnahmen kunstvoll auf konzeptuelle Art inszeniert. Die Arbeit begreift er als Untersuchung darüber, wie die Assoziationen aus westlichen Kulturkreisen über das Land der aufgehenden Sonne tradiert werden.

 

Foto: Stéphane Lavoué, „The North East Kingdom“

Stéphane Lavoué, Frankreich: „The North East Kingdom“
Im nordöstlichen Winkel des US-Bundesstaates Vermont, an der Grenze zu Kanada, liegt ein ganz besonderes Königreich. Die herbe landschaftliche Schönheit, aber vor allem die Bewohner des North East Kingdom sind das Thema der in vielen Jahren entstandenen Serie des französischen Fotografen. Derzeit ist er nur schwer zu erreichen, denn er ist wieder unterwegs.

 

Foto: Giulio Piscitelli, „Informal facilities in the Jungle“

Giulio Piscitelli, Italien: „Informal facilities in the Jungle“
In seiner Serie „Informal Facilities in the Jungle“ widmet sich der italienische Fotograf Giulio Piscitelli den gesellschaftlichen Veränderungen im größten Flüchtlingslager in Europa. Eine architektonische Studie als Metapher für die Transformation einer der größten Krisen der letzten Jahre.

 

  
Fotos: Clémentine Schneidermann, „The Unbearable, the Sadness and the Rest“

Clémentine Schneidermann, Frankreich: „The Unbearable, the Sadness and the Rest“
Vor knapp einem Jahr zog die in Paris geborene Fotografin nach Abertillery in Südwales. Sie hatte bereits ihr Studium in Newport abgeschlossen und begann im Rahmen eines Residenzprogramms sich intensiver mit der Lebenssituation in der Region zu beschäftigen. Landschaftlich zwar ungemein reizvoll, belasten die Gegend jedoch enorme wirtschaftliche und soziale Probleme. Nach dem Ende des Kohlebergbaus stecken die Gemeinden der South Wales Valleys in einer postindustriellen Krise. Die hier vorgestellte Serie verbindet in sehr ungewöhnlicher Weise die Stilmittel von Dokumentar-, Porträt- und Modefotografie.

 

Foto: Sadegh Souri, „Waiting Girls“

Sadegh Souri, Iran: „Waiting Girls“
Sie sind weiblich, neun Jahre alt und bereits strafmündig – im Iran. Auf Mord, bewaffneten Raubüberfall und Drogenhandel steht dort die Todesstrafe durch Erhängen, vollstreckbar mit Eintritt der Volljährigkeit. Die Wartezeit verbringen die Mädchen in Gefängnissen und Besserungsanstalten. In „Waiting Girls“ zeigt der iranische Fotograf Sadegh Souri diese überaus befremdliche Vorgehensweise des Islamischen Strafrechts.

 

Foto: Esther Teichmann, „Mondschwimmen“

Esther Teichmann, Deutschland: „Mondschwimmen“
Eine sinnliche Reflexion über Heimweh und Verlust: Mit ihrem Zyklus „Mondschwimmen“ führt Esther Teichmann den Betrachter in eine melancholische Traumwelt, komponiert aus autobiografischen und fiktionalen Elementen.