Eva Maria Ocherbauer

Eva Maria Ocherbauer wurde 1959 in Graz geboren, machte dort Abitur und studierte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Bühnenbild, ehe sie 1980 nach Wien ging, wo sie als Schauspielerin und Bühnenbildnerin am Serapionstheater arbeitete. Auch als Tänzerin und Performancekünstlerin war sie aktiv, ehe sie in Berlin eine fotografische Ausbildung in der Werkstatt für Photographie machte und ab 1984 siebeneinhalb Jahre lang mit John Gossage „private studies“ betrieb. Die Fotografie war schon seit ihrer Jugend eine ständige Begleiterin und wurde trotz der verschiedenen Bühnenaktivitäten zu ihrem hauptsächlichen Ausdrucksmittel. Beim Fotografieren ist Eva Maria Ocherbauer immer auf der Suche nach neuen Formen und Ideen, wie sie ihre eigene Wahrnehmung in Bilder transformieren, vermeintliche Realitäten in Frage stellen und künstlerisch neu definieren kann – auf diese Weise erschafft sie ihr ganz persönliches Welttheater.

„Es ist wichtig,
relevante Bilder zu machen, der allgegenwärtigen Bilderflut
etwas Nennenswertes entgegen zu setzen“

Erfahrung und Wissen gibt Eva Maria Ocherbauer gerne weiter: 2015 war sie Guest Lecturer an der Hartford Art School in Connecticut, USA, leitete  zuvor Workshops in Weimar, Johannesburg und Addis Abeba. 2013 gründete sie die LagosPhoto Summer School, einen jährlich stattfindenden Workshop in Kooperation mit der African Artists‘ Foundation, durch den junge nigerianische Fotografinnen und Fotografen gefördert werden sollen. Seit 2007 unterrichtet Eva Maria Ocherbauer an der Neue Schule für Fotografie. Ihr Anliegen ist es, die Entwicklung ihrer Studierenden zu beobachten und zu fördern – das Lehren selbst sieht sie als kreativen Akt, der beide Seiten fordert und weiterbringt und gleichzeitig Spaß macht. Dabei kommt vor der Kunst immer der Gedanke: Mit den Studierenden diskutiert sie aktuelle Themen, um Haltungen dazu neu zu denken und zu definieren.

Der allgegenwärtigen Bilderflut  möchte Eva Maria Ocherbauer Nennenswertes entgegensetzen, ihre Arbeit wie ihr Unterricht soll zu relevanten Bildern führen, deren Entstehung in jeder Phase bewusst vonstatten geht. Sie legt großen Wert darauf, dass die Studierenden das Medium Fotografie grundsätzlich verstehen und alle grundlegenden technischen Kenntnisse besitzen. Erst auf dieser Grundlage geht es daran, Inhalte zu reflektieren und mit Formgefühl und eigener Bildsprache künstlerisch umzusetzen –­ in freien und praktischen Aufgaben, deren Ergebnisse in der Gruppe diskutiert werden.

Website von Eva Maria Ocherbauer

Interview auf talkingaboutphotography.net

 

Auszeichnungen
1997   Staatsstipendium, Bundesministerium Sektion Kunst,  Österreich
1995   Paris-Stipendium,  Bundesministerium Sektion Kunst, Österreich
1987   Kunstpreis der Stadt Graz

Einzelausstellungen (Auswahl)
2010   The Park, September, Berlin
2006   La vie et la mort, Laura Mars Grp. Berlin
1999   Die Eier, Galerie Fotohof, Salzburg
1993   Still Alive, Forum Stadtpark, Graz
1986   Mexico, Galerie Eisenbahnstraße, Berlin

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2016   Geniale Dilletanten. Subkultur der 1980er Jahre in Deutschland, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
2012   Röcke tragen, Museum der Moderne, Salzburg
2010   Milk Drop Coronet, Camera Austria, Graz
2009   The New Omega Workshop, September, Berlin
2005   Simultan, Fotomuseum Winterthur
2000   City Pity, DAAD Galerie, Berlin
1997   Fotografie des Unsichtbaren, Fotomuseum Winterthur

Veröffentlichungen (Auswahl)
2013   Fiction, Superlabo, Japan
2010   One Day / Ten Photographers, Kehrer Verlag, Heidelberg
2005   La vie et la mort, Fotothof edition, Salzburg
1995   Das Kräuterufo, Martin Schmitz Verlag, Kassel
1993   Still Alive, Edition Camera Austria, Graz
1991   Platz machen, Merve Verlag, Berlin


© Eva Maria Ocherbauer, alle Bilder aus der Serie „The Horn of Plenty“, Lagos, 2015